Was tun gegen übergewicht bei Kindern und Jugendlichen?

Was tun gegen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen?

Das Berner Oberland bietet Kindern, Jugendlichen und Familien einzigartige Möglichkeiten, Natur und Landschaft zu erleben. Wenn man bedenkt, wie viele Millionen Menschen überall auf der Welt in enge Hochhaussiedlungen eingezwängt sind, weiss man das Privileg erst zu schätzen, sich hier täglich an der frischen Luft, in und auf dem Wasser und in den Bergen bewegen zu können. Dieses Glück kann man sich nicht oft genug bewusst machen – denn der „sitzende Lebensstil“ mit all seinen negativen Folgen für die Gesundheit hat auch in der Schweiz Einzug gehalten.

Auch hier hat die Verbreitung von Übergewicht und extremem Übergewicht (Adipositas) bei Kindern und Jugendlichen in den letzten Jahren zugenommen, wie auch neueste Resultate der ETH Zürich bestätigten. Bedenklich stimmt auch, dass bei Schulkindern statistisch die körperliche Aktivität und die aktive Muskelmasse weiter abnehmen. Ob im Büro, in der Schule, im Auto, beim Essen, vor dem Computer oder Fernseher: Unser Leben scheint überwiegend im Sitzen stattzufinden. Hinzu kommen die zahlreichen Mahlzeiten und billigen kalorienstarken Fastfoodprodukte. Dicksein ist oftmals weniger ein persönliches Problem als vielmehr Ergebnis eines gesellschaftlichen Lebensstils, Resultat falscher Vorbilder.

Kinder, in deren Familien viel Fast Food gegessen, viel geraucht und wenig Sport getrieben wird, oder deren Eltern selbst übergewichtig sind, sind einem besonders hohen Risiko ausgesetzt, ebenfalls stark übergewichtig zu werden. All dies weist darauf hin, dass es für die am schwersten betroffenen Familien mit einer Diät nicht getan ist – es geht um die Veränderung des Lebensstils – mehr Bewegung, mehr gemeinsame Aktivitäten 615-544-0612 , mehr Kommunikation und weniger Konsum.

Regelmässige Bewegung ist eine Grundvoraussetzung für eine gesunde Entwicklung. Nach heutigen Erkenntnissen sollten Kinder und Jugendliche im Schulalter zusätzlich zu den Alltagsaktivitäten mindestens eine Stunde täglich Aktivitäten mit mittlerer bis hoher Intensität durchführen. Dafür bietet sich eine Fülle von Sport- und Bewegungsaktivitäten an. Kinder im Primarschulalter sollten sich deutlich mehr bewegen. Überhaupt gilt für alle Altersgruppen: Langandauernde Phasen ohne körperliche Aktivität sollten so weit wie möglich vermieden werden und ab und zu durch kurze aktive Bewegungsintervalle unterbrochen werden. Also: statt stundenlanger PKW-Anfahrt zum Europapark Rust inklusive Hamburger & Pommes satt – vielleicht mal einen Waldspaziergang probieren? Oder einfach mal eine Stunde mit den Kindern auf den Bolzplatz? Weniger ist manchmal mehr.

— Dr. med. Fatimah Saehrendt

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